Intuition – viel Besser als ihr Ruf! 3 Mythen zum Thema: Intuition

Bei der Wal eines der einhundert Marmeladengläser zu kaufen, gehen wir in der Regel sehr intuitiv vor. Man könnte auch sagen, wir gehen sehr irrational vor und wählen ein Glas mit einer schönen Schrift, einer schönen Farbe oder „weil es gerade in der Mitte steht“. Warum ist das so? Nun, die Folgen, die sich aus einer falschen Wahl ergeben, sind in diesem Fall sehr überschaubar. Doch was, wenn es um die Frage geht, ob man für den nächsten Job umziehen soll oder nicht? Oder, ob man sich einer bestimmten ärztliche Behandlung unterziehen sollte oder nicht. Ob man sich einen Hund anschafft oder lieber eine Katze? Gerade in komplexen Situationen, in denen man mit rationalem Abwägen nicht weiterkommt, ist die Intuition ein wichtiges Hilfsmittel.
Doch auch bei emotionalen Entscheidungssituationen brauchen wir ein gewisses Maß an Intuition, um uns für eine bestimmte Option zu entscheiden. Bei der Partnerwahl werden wir beispielsweise nicht vorwiegend darauf achten, dass die Person sich gut mit unseren Eltern versteht, obwohl dieser Aspekt natürlich rational betrachtet wichtig sein könnte. Wir müssen intuitiv entscheiden, welchen potenziellen Partner wir in der Disco ansprechen, bzw. welchen wir im Netz nach rechts oder nach links wischen, also wem wir einen Like oder einen dislike geben.
Doch was ist Intuition denn nun eigentlich? Im Folgenden wollen wir mit drei Mythen aufräumen:

Mythos 1: Intuition ist nicht wissenschaftlich belegbar
Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge handeln wir aus der Triebkraft zweier Betriebssysteme in unserem Gehirn. Wir handeln einerseits aus dem limbischen System heraus und andererseits aus den Neokortex. Das limbische System reagiert schnell, instinktiv und unbewusst. Der Neokortex hingegen langsam, analytisch und bewusst. Müssen wir beispielsweise schnell entscheiden, dann treffen wir diese Entscheidungen in der Regel aus dem limbischen System heraus. Das macht auch Sinn. Beispielsweise dürfen wir nicht lange darüber nachdenken, ob wir lieber über ein Auto drüber springen oder stehenbleiben oder loslaufen, wenn es die rote Fußgängerampel übersehen hat.
So darf auch ein Rettungssanitäter nicht lange darüber nachdenken, welcher Person er erste Hilfe leistet, wenn mehrere verletzt sind. Dennoch handelt er oft intuitiv richtig. Wissenschaftler sind daher der Ansicht, dass Intuition das Ergebnis von sehr vielen Erfahrungen ist. Damit hat sie vor allem dann ihre Berechtigung, wenn wir einerseits schnell handeln müssen oder wenn wir komplexen Situationen gegenüberstehen, bei denen wir mit dem rationalen Abwägen aller Optionen überfordert sind. Bei diesen Entscheidungen, die sehr komplex sind, wird uns oft mulmig. Doch eine gesunde Portion Angst ist bei Entscheidungen dieser Art gar nicht so verkehrt, wie man aus der Hir5nforschung weiß. Hinter diesem ängstlichen Verzögern steckt ein Anpassungsmechanismus, um ausreichend Zeit zum Überlegen zu gewinnen. Sie bildet eine Art geistige Barriere, die uns davor bewahrt, dumme Entscheidungen zu treffen. Hier werden nun wieder verstärkt die Bereiche aktiviert, die analysieren, planen und bewusst steuern. So erhält der Mensch wichtige Informationen, die er zur Entscheidungsfindung hinzuziehen kann.

Mythos 2: Es gibt nur eine Art der Intuition
Nein, es gibt mehrere Arten. Zum Einen die Expertenintuition und zum anderen die echte Intuition. Die Expertenintuition entsteht aus bereits gemachten Erfahrungen. So kann ein Rettungssanitäter nur aufgrund seiner vorherigen Erfahrungen intuitiv richtig handeln. So wird ein Börsenexperte völlig anders intuitive Entscheidungen treffen, als eine Person, die von dieser Art der Geldgeschäfte keine Ahnung hat. Auch werden wir – entsprechend abgespeicherter Muster aus der Vergangenheit – den einen Menschen symphathisch finden, einen anderen hingegen nicht. Bist du früher beispielsweise von einem rothaarigen Jungen verprügelt worden, so kann es sein, dass dieses „Muster rothaariger Mensch“ als gefährlich für dich abgespeichert wurde. Das führt in entsprechenden Situationen dazu, dass du intuitiv wütend oder ablehnend reagierst.
Doch es gibt auch noch eine andere Intuition. Diese ist wissenschaftlich unerklärlich. So kommt es beispielsweise vor, dass man plötzlich vom Gas des Autos geht – ohne zu wissen warum – und erst dann bemerkt man, dass der vorige Fahrer plötzlich abbremst. Diese Art der Intuition wird oft als „echte Intuition“ bezeichnet. Sie lässt sich nicht direkt mit früheren Erfahrungen des Autofahrers verknüpfen, da die Umstände noch nicht eingetreten sind und die Person diese „vorhersieht“. Doch auch hier können wir bestimmte Ursachen annehmen. So werden wir von Informationsfeldern geprägt. Vögel richten sich beispielsweise an diesen Feldern aus, wenn sie nach Süden fliegen. Elefanten spüren ein nahendes Erdbeben, bevor dieses eintritt. Die Erfoschung solcher prägenden Informations – oder Energiefelder steckt jedoch noch in den Kinderschuhen, was sie nicht weniger wichtig und interessant macht.

Mythos 3: Intuition hat man, oder man hat sie nicht

Falsch. Intuition ist ein menschliches und angeborenes Verhalten. Allerdings ist es in unseren Breitengraden etwas unterentwickelt. Wir haben schlichtweg verlernt, auf diese innere Stimme zu hören. So lernen unsere Kinder in unseren Schulen beispielsweise bei dem Blick auf ein Bild mit mehreren Kühen, diese sofort zu zählen und dem Lehrer die exakte Zahl zu nennen. Ein Kind aus Afrika lernt hingegen, wie man die Größe einer Herde intuitiv einschätzt, um Gefahren abzuwehren. 
Doch wie lernt man nun, auf die innere Stimme zu hören? Hier möchte ich dir ein paar Tipps geben:

Zur Ruhe kommen und nach Innen lauschen. Du kannst Entspannungsübungen machen oder meditieren. Du kannst aber auch einfach nur hin und wieder ganz alleine einen Waldspaziergang machen oder eine gewisse Zeit am Tag für die Innenschau reservieren und dann Handy und Computer für eine Weile ausschalten.

Wiederhole das Mantra: Ich öffne mich und lasse los. Beobachte dabei Gefühle, Bilder oder Gedanken, die eventuell aufsteigen. Drücke sie nicht herunter, sondern beobachte sie eine Zeitlang. Nur beobachten, nichts verändern.
Stell dir dann vor, wie dein Kopf sich nach oben hin öffnet. Lasse alle Gedanken nach oben hin aufsteigen, wie Nebel.
Stell dir jetzt die Frage: „Was ist da noch?“ und lasse es zu dir kommen.
Gehe mehrmals täglich in diesen intuitiven Zustand.


2019-01-13T13:56:20+00:00